Pastai seit 1980, zwischen Tavoliere und Gargano. Eine Familie, die Pasta macht, als hätte sie alle Zeit der Welt.
Ganz im Norden Apuliens, dort wo die Kornkammer Italiens an den Molise grenzt, liegt Serracapriola. Ein kleiner Ort, weite Weizenfelder ringsum. Und eine Familie, die seit über 45 Jahren Pasta macht. 1980 haben Egidia D’Amicis und ihr Mann Carlo De Santis hier ihren Pastificio gegründet, der Name kommt von Egidia. Im Mai 2026 war ich zu Besuch.
Zu Besuch in Serracapriola, Mai 2026
Betrieb
Pastificio D’Amicis S.r.l.
Wo
Serracapriola, Provinz Foggia
Region
Apulien
Gegründet
1980 von Egidia D’Amicis und Carlo De Santis
Heute
die ganze Familie: Carlo, Egidia, Vincenzo und Mara
Weizen
100 % italienischer Hartweizen, vor allem vom Tavoliere
Matrizen
Bronze
Trocknung
langsam, bei niedriger Temperatur, je nach Format bis zu fünf Tage
Sortiment
über 100 Formate in sieben Linien, auch Bio
Ausgezeichnet
Gambero Rosso: Top Italian Food 2022–2025, „Due Gamberi“ 2026
Woher sie kommen
Apulien
Serracapriola liegt ganz im Norden Apuliens, im Alto Tavoliere an der Grenze zum Molise. Ringsum Weizenfelder, so weit man sieht: Die Provinz Foggia ist die Kornkammer Italiens und liefert rund ein Fünftel des italienischen Hartweizens. Der Ort gehört zu den 18 Gemeinden des Nationalparks Gargano. Ein Stück weiter östlich steigt das Vorgebirge aus der Ebene, mit dem Meer dahinter.
Pastificio D’Amicis Contrada San Rocco, 71010 Serracapriola (FG)
Heute arbeitet die ganze Familie im Pastificio: Carlo behält den Überblick, Egidia kümmert sich um das Abpacken und Etikettieren, Sohn Vincenzo um die Produktion und Tochter Mara um Verwaltung und Vertrieb.
Mara hätte auch woanders Karriere machen können. Sie hat in Pescara Wirtschaft studiert, ist ausgebildete Steuerberaterin, hat im Ausland gelebt und gearbeitet. Und ist dann zurückgekommen, nach Serracapriola, in den Betrieb ihrer Eltern. Als sie mir bei meinem Besuch die Semola durch die Finger rieseln ließ, habe ich verstanden, warum.
Mara mit einer Handvoll Semola, frisch aus dem Sack.
Der Weizen
Hier wird nur italienischer Hartweizen verarbeitet, aus dem Molise, der Basilikata und vor allem aus dem Tavoliere delle Puglie, der Ebene direkt vor der Tür.
Für die Linie Grano Mio verwendet die Familie sogar Senatore Cappelli vom eigenen Hof in Serracapriola: ein Weizen, ein Feld, eine Geschichte.
Semola di grano duro: der einzige Rohstoff neben Wasser.
Die Bronze
Der Teig wird lange geknetet und durch Matrizen aus Bronze gezogen. Ich hatte sie in der Hand: schwer, dunkel, gezeichnet von Jahren Arbeit.
Die Bronze macht die Oberfläche rau und porös. Genau deshalb hält die Sauce.
Schwer, dunkel, gezeichnet von Jahren Arbeit.
Frisch vom Band
Orecchiette auf dem Weg zu den Trockenrahmen.
In der Werkstatt
Die Zeit
Getrocknet wird langsam und bei niedriger Temperatur, je nach Format bis zu fünf Tage lang. Die Nudeln liegen dafür auf Holzrahmen, die sich in der Halle bis unter die Decke stapeln.
Und abgepackt wird zum großen Teil noch von Hand.
Holzrahmen, bis unter die Decke gestapelt.
Auf den Rahmen
Die Troccoli del Gargano
Wenn mich jemand fragt, welche Pasta er bei D’Amicis zuerst probieren soll, sage ich: die Troccoli. Lang, kantig, die typische Pasta der Provinz Foggia.
Gambero Rosso hat D’Amicis von 2022 bis 2025 jedes Jahr in die Auswahl Top Italian Food aufgenommen, 2022 ausdrücklich mit den Troccoli. Bei den Puglia Food Awards in Bari gab es eine besondere Erwähnung. Und im Januar 2026 hat Gambero Rosso auch die Penne lisce der Familie mit zwei Gamberi ausgezeichnet.
Mein Lieblingsrezept dazu ist ganz einfach: ein Sugo al Pomodoro, mit Tomaten, die nach Tomaten schmecken. Und ratet mal, woher? Von unseren Tomatenfeldern bei Piero und Francesca. Mehr braucht diese Pasta nicht.
Gambero Rosso, Januar 2026: zwei Gamberi für die Penne lisce.
Was bleibt
Die Familie hat auch eigene Olivenbäume. Großvater Camillo hat sie 1929 gepflanzt, heute pflegt Vincenzo sie Baum für Baum. Das Öl heißt „100 Alberi“. Für mich sagt dieser Name alles über die D’Amicis: Sie zählen ihre Bäume, nicht ihre Tonnen.
Deshalb ist die Familie D’Amicis für mich eine echte Genussheldin. Und deshalb kommt die Lettinis Selezione aus Serracapriola: Troccoli, Mezze Maniche und Fusilloni, gemacht von Familie D’Amicis.
Freut euch auf ganz besondere Pasta unserer neuen Genusshelden, schon bald im Onlineshop.
Ausgezeichnet
Was die Kritik sagt
2022–2025Top Italian FoodGambero Rosso, jedes Jahr in der Auswahl
2026Due GamberiGambero Rosso Nr. 408 für die Penne lisce
2025Empfehlung der RedaktionGambero Rosso Nr. 398: handwerkliche Spaghetti, die überzeugen
2019Menzione specialePuglia Food Awards, Bari, für die Troccoli
Mara und Vincenzo, zweite Generation.
Unsere Pasta duftet schon nach Weizen, wenn man die Packung öffnet.
Mara De Santis
Gut zu wissen
Vier Zahlen aus Serracapriola
1980
gründeten Egidia D’Amicis und Carlo De Santis den Pastificio in Serracapriola.
100+
Formate in sieben Linien: Hartweizen, Ei, frisch, Bio, Vollkorn, Grano Mio und die Premiumlinie Famiglia D’Amicis.
5
Tage darf die Pasta je nach Format trocknen. Industriell dauert das wenige Stunden.
1929
pflanzte Großvater Camillo die Olivenbäume, aus denen heute das Öl „100 Alberi“ kommt.
Warenkunde
Pasta aus der Kornkammer Italiens
Getrocknete Pasta besteht aus Hartweizengrieß und Wasser. Was am Ende auf dem Teller den Unterschied macht, sind der Weizen, die Matrize und die Zeit.
Der Tavoliere
Die Ebene um Foggia ist die größte Getreidefläche Italiens. Aus der Provinz kommt rund ein Fünftel des italienischen Hartweizens, deshalb heißt sie Granaio d’Italia, Kornkammer Italiens.
Senatore Cappelli
Eine alte Hartweizensorte, 1915 von dem Agrarforscher Nazareno Strampelli in Foggia ausgelesen. Bei D’Amicis kommt sie für die Linie Grano Mio vom eigenen Feld.
Bronze und Zeit
Bronze ist weich und mikroskopisch rau. Die Nudel kommt matt und griffig heraus, daran hält Sauce. Getrocknet wird bei niedriger Temperatur über Tage statt über Stunden: So bleibt der Geschmack des Weizens erhalten, und die Nudel bleibt porös.
Woran man gute Pasta erkennt
Blass und matt
Bronzepasta ist hell und stumpf, nicht gelb und glänzend.
Rau beim Anfassen
Fährt man mit dem Finger darüber, fühlt sie sich an wie feines Schleifpapier.
Weizen auf der Packung
Gute Pastai sagen, woher ihr Weizen kommt.
Die Troccoli sind die Pasta der Provinz Foggia: dick, kantig, etwa 50 Zentimeter lang und mit dem typischen Bogen, der an das Trocknen an der Luft erinnert.
Die Familie D’Amicis und De Santis aus Serracapriola in Apulien. Egidia D’Amicis und ihr Mann Carlo De Santis haben den Pastificio 1980 gegründet. Heute arbeiten ihre Kinder Vincenzo (Produktion) und Mara (Verwaltung und Vertrieb) mit.
Wo liegt der Pastificio D’Amicis?
In der Contrada San Rocco in Serracapriola, Provinz Foggia, ganz im Norden Apuliens an der Grenze zum Molise. Der Ort gehört zum Nationalpark Gargano.
Woher kommt der Weizen?
Es ist 100 % italienischer Hartweizen, aus dem Molise, der Basilikata und vor allem aus dem Tavoliere delle Puglie. Die Linie Grano Mio wird aus Senatore Cappelli von den eigenen Feldern in Serracapriola gemacht.
Was sind Troccoli del Gargano?
Lange, dicke Nudeln mit kantigem Querschnitt, die typische Pasta der Provinz Foggia. Bei D’Amicis sind sie die Spezialität des Hauses: 2019 gab es dafür eine besondere Erwähnung bei den Puglia Food Awards, 2022 standen sie in der Gambero-Rosso-Auswahl Top Italian Food.
Welche Auszeichnungen hat D’Amicis?
Gambero Rosso hat den Pastificio von 2022 bis 2025 in die Auswahl Top Italian Food aufgenommen. Im Januar 2026 bekamen die Penne lisce zwei Gamberi. Dazu kommt die besondere Erwähnung bei den Puglia Food Awards 2019 für die Troccoli.
Was ist die Lettinis Selezione?
Unsere Pasta-Auswahl aus Serracapriola: Troccoli, Mezze Maniche und Fusilloni, gemacht von Familie D’Amicis. Schon bald gibt es sie im Onlineshop von Lettinis.